Rosskastanie (Aesculus hippocastanum)
Die Rosskastanie ist einer der auffälligsten Stadt- und Parkbäume. Im Frühling erkennt man sie an ihren großen, handförmig geteilten Blättern und an den aufrechten weißen Blütenständen, die wie Kerzen in der Krone stehen. Später im Jahr werden daraus die bekannten grünen, stacheligen Fruchtkapseln mit den glänzend braunen Kastanien.
Besonders spannend ist der Jahreslauf dieses Baumes: Im Winter fallen die großen, klebrigen Knospen auf, im Frühjahr entfaltet sich das kräftige Laub, im Mai leuchten die Blüten, und im Herbst sammeln Kinder die Kastanien vom Boden. Kaum ein Baum zeigt seine Veränderungen im Jahresverlauf so deutlich.
Die Kastanien sehen essbar aus, sind aber keine Esskastanien. Die Rosskastanie ist nicht mit der Edelkastanie zu verwechseln. Ihre Samen sind für Menschen nicht zum Essen geeignet, werden aber traditionell gesammelt, zum Basteln genutzt oder als Tierfutter für bestimmte Wildtiere verwendet.
In der Stadt ist die Rosskastanie ein wichtiger Schattenspender. Große alte Exemplare prägen Biergärten, Parks und Alleen. Gleichzeitig zeigt sie deutlich, wenn ein Standort schwierig wird: Trockenheit, Hitze oder Schädlinge wie die Rosskastanienminiermotte können dazu führen, dass die Blätter schon im Sommer braun werden. Dadurch eignet sich die Rosskastanie gut, um mit Schülern über Stadtklima, Baumgesundheit und Jahreszeiten zu sprechen.